Das Osnabrücker Umweltmanagement-Modell für Hochschulen ------------------------------------------------------------------
Tagungen Osnabrücker Abschlußdeklaration zum Umweltschutz an Hochschulen Am 13. und 14. Februar 1997 kamen im Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück 40 Hochschullehrer, Fachkräfte des Umweltschutzes und Studierende aus Fachhochschulen, Gesamthochschulen und Universitäten zusammen. Auf dem Workshop wurden die (Zwischen)ergebnisse, Erfahrungen und Probleme diskutiert, die sich bei der Durchführung verschiedener Umweltschutz-Projekte an den jeweiligen Hochschulen ergeben haben.

In den 325 Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen Deutschlands lernen, lehren, forschen und arbeiten 2,35 Mio. Menschen, die auf unterschiedliche Weise zur Veränderung ihrer Umwelt beitragen. Tagtäglich werden von ihnen

  • große Mengen energetischer und stofflicher Ressourcen ge- und verbraucht,
  • umweltrelevantes Wissen erforscht und vermittelt
  • und nicht zuletzt umwelttangierende Werte und Normen geformt, gesetzt und gefestigt.

Bisher wurde dieser Betrachtungsweise zu wenig Rechnung getragen, und Themen wie "Betrieblicher Umweltschutz" oder "Umweltgerechte Studieninhalte" blieben zumeist vereinzelte Elemente akademischer und verwaltungstechnischer Arbeit.

Umweltschutz an deutschen Hochschulen spiegelt derzeit lediglich einen Image- und Kostenfaktor wider, der Gefahr läuft, im Rahmen finanzieller Konsolidierung leerer Staatskassen "weggespart" zu werden.

Die Teilnehmer/innen des Osnabrücker Workshops setzen sich daher an ihrer Hochschule für

  • die Verbesserung der Umweltsituation und der menschlichen Lebensbedingungen. Dies umfaßt den Schutz aller natürlichen Lebensgrundlagen in Verantwortung auch zukünftiger Generationen;
  • eine kontinuierliche und partizipative Entwicklung, Weiterentwicklung und Gestaltung umweltgerechter Forschung und Lehre;
  • eine Verbesserung des Umweltschutzes über die gesetzliche Verpflichtung hinaus unter Einbeziehung aller Hochschulangehörigen und Hochschulgruppen;
  • eine Festlegung hochschulspezifischer Umweltziele und deren Umsetzung und
  • die regelmäßige Information der Öffentlichkeit zum Thema Umweltschutz ein.

Zur Umsetzung des Umweltschutzes an den Hochschulen fordern die Teilnehmer/innen des Workshops

  • die Berücksichtigung der obenstehenden Grundsätze bei der anstehenden Novellierung des Hochschulrahmengesetzes;
  • die materielle, immaterielle und fiskalische Unterstützung der Hochschulen bei der Implementation umweltgerechter Instrumentarien durch Bundes- und Landesregierungen, insbesondere der Wissenschafts- und Umweltministerien;
  • den Aufbau eines Netzwerks zur Unterstützung und Koordination der umweltgerechten Umgestaltung deutscher Hochschulen sowie eines europäischen und internationalen Informationsaustausches und
  • die professionelle und fachkundliche Bearbeitung von Umweltproblemen in jeder Hochschule, z.B. durch eine/n Umweltschutz-Beauftragte/n.

Osnabrück, 14. Februar 1997


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© 2000 Peter Viebahn - letzte Änderung: Oktober 2000