
Moderation: Manuel Gottschick
Berichterstatter: Florian Schlesiger
Teilgenommen an der AG haben sechzehn Teilnehmer/innen.
Die Sitzung wurde in Form einer Zukunftswerkstatt moderiert. Zunächst folgt eine kurze theoretische Beschreibung von Zukunftswerkstätten. Mit der Methode der Zukunftswerkstatt wird durch eine spielerische, assoziative, künstlerische und intuitive Methodenvielfalt die Kreativität und Phantasie der Teilnehmer innerhalb einer Veranstaltung angeregt. Dadurch entstehen unkonventionelle Problemlösungen, die im Verlauf auf ihre Machbarkeit überprüft werden. In der Vorbereitungsphase wird der Stellenwert von Zukunft-Mensch-Umwelt bei den TeilnehmerInnen geklärt, um die Basis des gemeinsamen Arbeitens abzugrenzen. Die Kritikphase beginnt mit einer Phantasiereise, die es erleichtert, über Ängste und Kritik bei der derzeitigen Umweltsituation zu reden. In der Phantasiephase werden positive Alternativen entwickelt. Rational-analytische Methoden (Brainstorming, Bewertung) wechseln mit intuitiv-emotionalen Methoden (Malen, Meditation etc) ab. Mit der Verwirklichungsphase schließt sich die sachliche Überprüfung der Maßnahmen an.
Angesichts der kurzen Zeitspanne, die zur Verfügung stand, konnten die einzelnen Phasen nur ansatzweise ausgeführt werden. In einem ersten Teil wurden die Erwartungen gesammelt, die an den Arbeitskreis gestellt wurden. Anschließend führte Manuel Gottschick über ein kurzes Referat in die Methoden der Umweltpsychologie ein (siehe Anlage). Den Übergang zur Phantasiephase bildete ein kurzes Spiel zur assoziativen Begriffsbildung, durch das die Stimmung aufgelockert wurde.
In der Phantasiephase wurden folgende Wünsche gesammelt, die als Utopie für mehr Umweltschutz an der Uni ohne Wertung und Diskussion zusammengetragen wurden.
Thema Zusammenarbeit: Statt Hierarchie wird mehr Zusammenarbeit mit der Leitungsebene gewünscht. Unter MitarbeiterInnen soll mehr gemeinsame Kommunikation statt Konkurrenz stattfinden. Durch Konsens über Umweltschutz wird Teamarbeit möglich. Über Partizipation bei Infoveranstaltungen gründen sich selbstorganisierte Projektgruppen. Es wurde gewünscht, daß Träume den Kampf gegen Scheinfakten nicht mehr im Voraus verloren haben.
Thema Uni: Uni soll Trendsetter im Umweltschutz werden. Dafür wird nicht nur ein Finanzhaushalt, sondern auch ein Umwelt- und Naturhaushalt geführt. Jede Uni wird mit einer Solaranlage ausgestattet. Die Bürokratie soll verringert werden.
Thema Umweltschutz allgemein: Umweltschutz soll einen als ständiges Thema begleiten und begeistern. Der Glaube an die Machbarkeit setzt sich durch: Geld ist genug da. Umweltschutz gibt ein Stück Lebenssinn. Sensibilität und Sehnsucht nach einer funktionierenden Umwelt werden wichtiger als Prestigedenken.
Persönlichkeit: Umweltschutz soll allen Spaß und Anerkennung bringen. Jeder/Jede soll die Selbstverantwortung als Teil des Ganzen ("Unsere Uni") leben. Statt Machtinteressen durchzusetzen gehört umweltgerechtes Verhalten zum Prestige. Viele motivierte und interessierte MitarbeiterInnen und Studierende mit Offenheit und Mut für neue Alternativen werden gewünscht.
Konkrete Maßnahmen: Ein kompetentes und schnelles Umsetzen von Bilanzierung und konkreten Umweltschutzmaßnahmen wird gewünscht, mehr Handeln als Denken und Bedenken. Die Kosten für Ressourcenverbrauch sollen transparent gestaltet und über Medien veröffentlicht werden. "Umweltsünder" werden sanktioniert. Ein/e Chef/in auf einem bunten Dienstfahrrad wird gewünscht, die Manager sollen vorbildlich handeln. Wir als Umweltschutzlobby sollen überflüssig werden, nicht mehr als Treiber sondern als Getriebene. Der/Die KanzlerIn macht freiwillig Termine mit uns, um über Umweltschutz zu diskutieren.
Nach der Phantasiephase wurden konkrete Handlungsvorschläge diskutiert. Wichtigster Punkt dabei war die persönliche Ansprache möglicher MitstreiterInnen, denn der anonyme Weg über Artikel oder Flugblätter reicht nicht zur Motivation für Mitarbeit in Arbeitskreisen o.ä. aus. Durch Erfahrungsaustausch von Verwaltungs- mit AStA-VertreterInnen wurden gegenseitige Vorbehalte deutlich, was den Willen zur Zusammenarbeit angeht (siehe Tabelle 1). Es bestehen Berührungsängste, die abgebaut werden müssen.
| Befürchtungen | Mögliche Lösungen |
|---|---|
| Verwaltung | |
| Neue Aufgaben werden aufgedrückt, wo sowieso schon alle durch Sparmaßnahmen überlastet sind. | AStA- VertreterInnen sollten direkt mit zuständigen Fachkräften sprechen, nicht nur mit Vorgesetzten (KanzlerIn, Dezernenten o.ä.) |
| Engagement geht in Hierarchie verloren. | AStA kann Verwaltungshierarchie umgehen und unkonventionelle Lösungen propagieren. |
| Es werden keine MitstreiterInnen gefunden. | Als Einstieg können aktuelle Anlässe genutzt werden, die eine breite Öffentlichkeit interessieren (Bsp. Veranstaltungen zum Thema Sparmaßnahmen) |
| AStA | Studierende sind schwer zu erreichen. | Man könnte den AStA zeitweise aus den Büroräumen auslagern, um direkt in den Fachbereichen Studis anzusprechen, sozusagen als "Streetworker". Auf Veranstaltungsreihen können Studis direkt angesprochen werden. |
| In der Verwaltung wird man nur weiterverwiesen, es ist schwer, Interessierte zu finden. | Starke Vorbehalte (s.o.) sind da, vertrauensbildende Maßnahmen können weiterhelfen. |
| Insgesamt spielt auch der Zufall mit, ob eine Zusammenarbeit möglich wird. Wichtig dabei bleibt: Zusammenarbeit beflügelt! | |
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Peter Viebahn - letzte Änderung: Oktober 2000