
|
Ausganssituation an der Universität Osnabrück |
Hochschulen verursachen mit ihren Energie- und Stoffumsätzen Umweltbelastungen, die durch systematischen Einsatz organisatorischer und technischer Maßnahmen erheblich reduziert werden könnten. Die Universität Osnabrück bemüht sich schon seit vielen Jahren um einen umweltfreundlichen Betrieb der Hochschule. Insbesondere dem technischen Leiter und seinen Mitarbeiter/inne/n ist es zu verdanken, gegen alle Widerstände schon früh effiziente Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs durchgesetzt zu haben. Dadurch hat die Universität Osnabrück in Niedersachsen beispielsweise den niedrigsten Stromverbrauch aller Hochschulen, bezogen auf die Hauptnutzfläche. Erreicht wurde dies z.B. durch die frühzeitige Einführung der vor zehn Jahren noch nicht so verbreiteten Gebäudeleittechnik und die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes oder durch vielerlei Einzelmaßnahmen wie die Erneuerung von Beleuchtungsanlagen, die Umrüstung von dauerbetriebenen Anlagen auf flexiblen Betrieb oder den Einbau effizienter Heizungsanlagen. Aber auch in anderen Sektoren wurde einiges erreicht. So werden größtenteils nur noch umweltfreundliche Büroartikel beschafft, oder die Druckerei wurde weitgehend auf Recycling-Papier umgestellt. Der Wasserverbrauch konnte durch verschiedene Maßnahmen erheblich gesenkt werden. Es bestehen jedoch weiterhin auch an der Universität Osnabrück noch Defizite im Bereich des Umweltschutzes, obwohl sich schon aus finanziellen Gründen ein umweltschonender Umgang mit den Ressourcen anbieten würde. In vielen Fällen ist es jedoch nicht möglich gewesen, geplante und effiziente Umweltschutzmaßnahmen umzusetzen, man denke z.B. an die vom Land Niedersachsen immer wieder verhinderte Erneuerung einer 20 Jahre alten Beleuchtungsanlage in einem der Hauptgebäude der Universität, durch die bis Ende 1997 Jahr für Jahr 100.000 DM an Stromkosten verschwendet wurden (siehe Viebahn 1995).
|
|||||||||
|
Was fehlte |
Neben der Umsetzung weiterer rein investiver Maßnahmen fehlten bisher insbesondere
|
|||||||||
|
Erarbeitung des Konzeptes |
Das Institut für Umweltsystemforschung führte daher zusammen mit der Verwaltung der Universität Osnabrück das Projekt Stoff- und Energieflußanalyse einer Universität – Erstellung eines Umweltmanagementkonzepts für Hochschulen am Beispiel der Universität Osnabrück durch. Das Ziel des Projektes war es, die Umweltbelastungen, die durch den Betrieb Hochschule entstehen, zu senken und zu einer »nachhaltigen« Universität zu gelangen. Im Gegensatz zu vereinzelten Umweltschutzmaßnahmen, die schon an vielen Hochschulen durchgeführt werden, sollte in diesem bundesweit einmaligen Modellvorhaben ein integratives, ressourcensparendes Gesamtkonzept mit einem aufeinander abgestimmten Maßnahmenpaket realisiert werden.
|
|||||||||
|
Ergebnis |
Das Ergebnis des Projektes ist das Osnabrücker Umweltmanagement-Modell für Hochschulen, mit dem der Universität Osnabrück ein »Fahrplan« übergeben wird, nach dem sie ein UMS an der Hochschule aufbauen kann. Damit liegt erstmals für eine Hochschule ein Gesamtkonzept für ein UMS mit einem aufeinander abgestimmten Maßnahmenpaket vor.
Das Modell besteht aus zehn Bausteinen, angefangen von Organisationsfragen über die Erstellung von Umweltleitlinien bis hin zu Informations- und Motivationsmaßnahmen für die Hochschulangehörigen. Kern des Umweltmanagementsystems ist eine umfassende Stoff- und Energieflußanalyse der Hochschule, die in die Ökobilanz der Universität mündet. Erst wenn die Stoff- und Energieflüsse sowie ihre Umweltauswirkungen transparent gemacht werden, können Schwerpunkte für Verbesserungen der Umweltsituation sowie auch für Kostenreduktionen gesetzt werden. Ebenso sind Maßnahmen zur Information und Motivation der Hochschulangehörigen erst möglich, wenn das Ausmaß der Energie- und Materialverbräuche bekannt ist. Die Universität Osnabrück ist damit die erste Hochschule, für die eine umfassende Ökobilanz aufgestellt wurde. Sie wurde an der Internationalen Norm ISO 14 040 für Ökobilanzen ausgerichtet.
|
|||||||||
|
Projektpartner |
Das Projekt wurde von November 1995 bis April 1998 durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück, gefördert und bis Ende 1998 durch Eigenmittel der Universität verlängert. Der Arbeitskreis Umweltschutz der Universität begleitete das Projekt und ist während der Laufzeit zwölf mal zusammengekommen. Außerhalb der Universität bestanden Kontakte zur HIS (Hochschul-Informations-Systeme) GmbH, Hannover, zum Ifeu-Institut (Institut für Umwelt- und Energieforschung), Heidelberg, und zum ifu-Institut (Institut für Umweltinformatik), Hamburg.
|
|||||||||
|
Umsetzung an der Universität Osnabrück |
Die Universität Osnabrück hat inzwischen angefangen, ein Umweltmanagementsystem nach diesem Modell aufzubauen. Damit werden neben der Fortschreibung bzw. Aktualisierung der schon im Projekt bearbeiteten Bausteine auch die weiteren Elemente umgesetzt. Der Aufbau des UMS liegt in der Verantwortung des Koordinators Umweltmanagement. |
|||||||||
|
|
| |||||||||
|
(Fast) alle |
|
|||||||||
Start - Aktuell - UM-Modell - Hintergrund - Veröffentlichungen - Tagungen - Dokumente - Links - Kontakt
© 2000
Peter Viebahn - letzte Änderung: Oktober 2000