Dr. Jens Kappenberg
Institut für Gewässerphysik, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht,
Max-Planck-Str., 21502 Geesthacht
Möglichkeiten und Grenzen der prognostischen Modellierung der Umwelt am Beispiel der Schwebstoffverteilung in der Unterelbe
Zur Beurteilung der Auswirkungen menschlicher Eingriffe in Umweltsysteme werden heute neben Expertenwissen zunehmend numerische Modelle eingesetzt. Dabei sind Kenntnisse über die Zuverlässigkeit dieser Instrumente nur in rudimentärem Umfang ("Verifizierung", besser: "Validierung") vorhanden und die Vorstellungen über die Möglichkeiten und Grenzen ihres Einsatzes variieren zwischen naivem Wunderglauben und kategorischer Ablehnung.
Am Beispiel der Auswirkungen einer geplanten Fahrrinnenveränderung
in der Unterelbe auf den Schwebstoffgehalt des Wassers wird der Einsatz eines
aufwendigen numerischen Modells im Spannungsfeld von zuständigen
Fachbehörden, besorgten Umweltverbänden und Anliegern und
Wissenschaftlern, die zwischen dem Wunsch der Erhaltung ihrer Glaubwürdigkeit und dem zunehmenden Zwang Geld einzunehmen balancieren,
dargestellt und diskutiert.
[ 5. Umweltsystemwissenschaftliches Kolloquium ]