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3. Pfad 3: Bodenresuspension

Abbildung 2.1: Wege von Partikeln nach Auftrag auf Blattoberfläche, schematisch: a) Abtrag durch Regen (oder Waschen); b) wie a), aber in Richtung des Blattstiels; c) Sorption an Kutikula; d) Einwaschung in die Blattspreite; e) Abtrag durch Wind.
\includegraphics {figures/blatt_und_kolloid.eps}

Der dritte Aufnahmepfad ergibt sich, wenn Wind und Regen Partikel vom Boden lösen und auf Teile der Pflanzen auftragen. Die Morphologie der Pflanzen spielt dann eine große Rolle dabei, ob diese Bodenpartikel lange verweilen und Gelegenheit zur Sorption haben. Die Höhe der Pflanze und des Ernteproduktes sowie die Form der Blätter und besonders der Blattstiele haben einen Einfluß. Abbildung 2.1 zeigt, was mit den Bodenpartikeln, die auf ein Blatt gelangt sind, weiter geschehen kann. Sie können auf verschiedene Weise abgetragen werden oder ans Blatt sorbieren. Grundsätzlich gilt das auch für Partikel aus der Luft, die aber nicht zum Transfer, sondern zur Grundbelastung beitragen. Auch die am Partikel sorbierten Schadstoffe haben die Möglichkeit, ins Blatt überzugehen oder auszugasen. Kaupp (1996) konnte bei Untersuchungen an Maispflanzen ( Zea Mays) zeigen, daß deren vergleichweise ausgeprägten Blattspreiten höhere Konzentrationen lipophiler Schadstoffe besitzen. Ein kleiner Blattstiel und nach vorn geneigte Blätter verhindern ebenfalls Weg d) aus Abbildung 2.1. Bei der Frage nach Sorption und Übergang der Schadstoffe ins Blatt ist die Beschaffenheit der Kutikula wichtig. Sie enthält meist mehr Lipide als das restliche Gewebe des Blattes und bestimmt die Aufnahmekinetik lipophiler Stoffe ins Blatt. Partikel können so an das Blatt sorbieren, daß sie sich durch Waschen nicht entfernen lassen.

Bei Regen spritzt Boden bis zu 40 cm hoch, der größte Anteil bleibt unter 20 cm. Läßt die Bedeckung der Pflanzen es jedoch nicht zu, daß Wind viel Energie in der Nähe des Bodens entwickelt und Regentropfen direkt auf den Boden treffen, verliert dieser Pfad sicherlich gegenüber der Ausgasung an Bedeutung. Es sei auch angemerkt, daß die Bodenerosion durch Wind die größte vertikale Reichweite der hier vorgestellten Prozesse für den direkten Transfer vom Boden in die Pflanze besitzt.


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generiert am 3.1.1999
Bernhard.Reiter@usf.Uni-Osnabrueck.DE