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1. Polychlorierte Biphenyle

Eine Zusammenfassung über PCBs erarbeitete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (1988) nach einem Fachgespräch zu diesem Thema.

Abbildung 2.2: Die chemische Struktur von PCB.
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Polychlorierte Biphenyle kommen eigentlich in der Umwelt nicht vor und können nur vom Menschen durch die Chlorierung von Biphenylen gewonnen werden. Zu dieser Klasse zählen theoretisch 209 Kongenere, von denen nur ungefähr 120 synthetisiert werden können. Abbildung 2.2 zeigt die chemische Struktur und veranschaulicht die Nummerierung der verschiedenen Kongenere. Üblich ist auch die Bezeichnung nach Ballschmiter und Zell (1980), leicht korrigiert in Schulte und Malisch (1983). In der Regel kommen Gemische von 60 PCB-Kongeneren in einem Produkt vor. Das Profil der Anteile ist dabei charakteristisch für ein Gemisch. Die technischen Gemische sind in Tierversuchen kaum akut toxisch. Eine hohe Toxizität wird bei coplanaren PCBs und Metaboliten beschrieben und eine weitere Gefahr ergibt sich aus möglichen Verunreinungen. Langzeitwirkungen bei Akkumulation in Organen sind Neurotoxizität und Tumorpromotion.

Seit den vierziger Jahren wurden PCBs in der BRD eingesetzt. Die Produkte trugen Namen wie Clophen, Aroclor oder Kanechlor. Seit den Sechzigern wurde die weite Verbreitung der PCBs und deren Persistenz in der Umwelt bekannt, ermöglicht durch eine verbesserte Analytik.

Die Verwendung von PCBs in offenen Systemen wurde 1978 verboten. Vorher wurden PCBs vielfältig eingesetzt, beispielsweise als Weichmacher für Lacke, Harze und Kunststoffe, als Imprägnier- und Flammschutzmittel für Papier, Stoffe, Holz und Leder sowie als Zusatz zu Insektiziden zur Verlängerung der Wirkdauer. Nur in geschlossenen Systemen, zum Beispiel als Kühl- und Isolierflüssigkeit innerhalb von Transformatoren und Gleichrichtern, Hydraulikflüssigkeit und als Zusatzdielektrikum für Starkstromkondensatoren, wurden PCBs weiterhin verwendet. Seit 1977 werden in den USA und seit 1983 in Deutschland keine PCBs mehr hergestellt. Etwa die Hälfte der in Deutschland hergestellten Menge von circa $ 0,15 $ Millionen Tonnen ist noch in Verwendung. Es wird angenommen, daß fast die gesamte Menge früher oder später in die Umwelt freigesetzt wird (Delschen et al., 1996).


Tabelle 2.1: Diese sechs PCB-Leitkongenere werden üblicherweise gemessen.
Abk.   Name CAS-Nummer
PCB 28 2,4,4'-Trichlorbiphenyl 7012-37-5
PCB 52 2,2',5,5'-Tetrachlorbiphenyl 35693-99-3
PCB 101 2,2',4,5,5'-Pentachlorbiphenyl 37680-73-2
PCB 138 2,2',3,4,4',5'-Hexachlorbiphenyl 35065-28-2
PCB 153 2,2',4,4',5,5'- Hexachlorbiphenyl 35065-27-1
PCB 180 2,2',3,4,4',5,5'-Heptachlorbiphenyl 35065-29-3


Für Untersuchungen auf PCB-Belastungen wurden sechs Leitkongenere ausgewählt (Tabelle 2.1). Da die PCB-Profile der verschiedenen Gemische einigermaßen bekannt sind, lassen sich damit auch die jeweiligen Gesamtbelastungen hochrechnen.


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generiert am 3.1.1999
Bernhard.Reiter@usf.Uni-Osnabrueck.DE