Entwicklung des Model Interchange Formats

Kapitel 3: Zusammenfassung und Ausblick

Zum Abschluß bleibt die Beantwortung der Frage: Was wurde erreicht? Sowohl auf dem Gebiet der Forschung, als auch für mich persönlich.

3.0.1: Das Dokumentieren und Publizieren

Damit die Ergebnisse der eigenen Arbeit überhaupt bekannt werden, steht das Veröffentlichen am Schlüsselpunkt der wissenschaftlichen Arbeit.

Die Ergebnisse des CemoS-Projektes wurden an vielen Stellen vorgestellt (vergleiche Erstes Kapitel) und in verschiedenen Texten veröffentlicht:

3.0.1.1: CemoS - Eine objekt-orientierte Software zur Expositionsmodellierung

Ein früher Artikel über CemoS.

Scheil, S.; Baumgarten, G.; Matthies, M.; Reiter, B.; Schwartz, S.; Trapp, S.; Wagner, J.-O.(1994)CemoS - Eine objekt-orientierte Software zur Expositionsmodellierung.Eco-Informa-`94 Band 7, Umweltbundesamt Wien, ISBN 3-85457-185-2, S. 391-404.

3.0.1.2: An Object-Orientated Software for Fate and Exposure Assessments

Die englische Version des vorherigen Artikels.

Scheil, S.; Baumgarten, G.; Matthies, M.; Reiter, B.; Schwartz, S.; Trapp, S.; Wagner, J.-O.(1995)An Object-Orientated Software for Fate and Exposure Assessments. ESPR -- Environmental Science and Pollution Research, Vol 2 No. 4, 1995, ISSN 0944-1344, S.238-241.

3.0.1.3: stdnames.sn

In diesem kurzen Artikel wird das Design des Formates der Standardnamendatei, sowie eines AWK-Skriptes dafür erläutert.

Wagner, J.-O. .sn -- Ein Format für eine sprachenunab- hängige Standardnamen-Tabelle Über WWW abrufbar, erhältlich in Deutsch und Englisch vom Autor(siehe Bemerkung zu ExpoMDB)

3.0.1.4: mifdok.txt

Dies ist die Referenzdokumentation zum MIF und liegt der Distribution von CemoS bei und ist von mir erhältlich. Es ist eine Textdatei mit Namen mifdok.txt, die circa 35 gedruckte Seiten umfaßt. Das MIF wird dort aus Sicht eines Anwenders von CemoS beschrieben. Die nächsten Kapitel enthalten die Definition des MIF, eine Anleitung zum Programmieren und Anpassen des MIF für eigene Projekte.

Für die englische Version von CemoS ist eine überarbeitete Version dieser Dokumentation in englisch geplant.

3.0.1.5: Dynamik von Schadstoffen

Die erste Version des Programmes, wie des Lehrbuches wurden im November 1995 an den Springer Verlag gesandt. Nach mehreren Korrekturen erschien das Buch im April 1996. Auf der Diskette ist CemoS Version 1.0 enthalten. Darunter auch die Textdatei mifdok.txt.

Als Kontaktadresse steht cemos@mathematik.Uni-Osnabrueck.DE zur Verfügung. Ein Mail mit Subject: Erbitte automatische Informationen bringt aktuelle Informationen über die CemoS Entwicklung zurück.

Trapp, S.;Matthies, M.(1996): Dynamik von Schadstoffen - Umweltmodellierung mit CemoS. Springer Berlin. ISBN 3-5440-59312-8. (mit 3,5" Diskette)

3.0.1.6: ExpoMDB

Die Ergebnisse unserer Modellimplementationsanalysen. Erschien leider relativ spät. Die (kleine) Datenbank ist in einem Softwareprogramm für M$-Windows von Jan-Oliver Wagner (zur Zeit Mitarbeiter des Instituts für Umweltsystemforschung http://www.usf.Uni-Osnabrueck.DE/people/#Jan-Oliver.Wagner) erhältlich.

Wagner, J.-O.; Matthies, M.(1996) Guidelines for Selection and Application of Fate and Exposure Models - Quality Criteria and Model Data Bank. Environ. Sci. & Pollut. Res. 3(1) 47-51.

3.0.1.7: Projektkolloquium

Nicht nur in diesem, sondern auch in den Jahren davor, war das CemoS Projekt fester Bestandteil des Projektkolloquiums. Schliesslich bin ich der "jüngste" Teilnehmer dieses Projektes. Zu jedem Projektkolloquimsvortrag sollte ein Bericht abgegeben werden, so wie dieser hier.

3.0.2: Weiterentwicklung

CemoS stellt meiner Meinung nach ein gutes Beispielprogramm für wissenschaftliche Software und der Implementation von Expositionsmodellen im besonderen dar. Die "`Qualität"' der Ergebnisse, die mit diesem Programmpacket erstellt werden, ist relativ hoch, was das Leitmotiv zur dessen Entwicklung darstellte. Obwohl nicht mit der "neusten" Benutzeroberfläche ausgestattet, bietet es Nachvollziehbarkeit durch gute Dokumentation und Kommentiermöglickeiten. Das MIF stellt hier einen bedeutenden Teil dar und birgt gleichzeitig den Vorschlag einer Standardisierung der Austausch- und Speicherformate von Expositionsmodellsoftware an.

Damit dies von jeder Software leicht genutzt werden kann, müßte ein recht kompatibles MIF-Modul, implementiert werden.

Weitere Software würde dann den Programmieraufwand für Expositionsmodellierer erheblich reduzieren können. Dabei stelle ich mir zum Beispiel ein Sensitivitätsmodul vor. Dies liest eine MIF-Datei, egal von welchem Programm und erzeugt Variationen von Parametern nach angegebenen Kriterien. Die Ausgabe dieser Parameter würde wieder über das MIF erfolgen. Die Modellprogramme laufen ab und die Ergebnisse werden wieder aufbereitet. Mit der Zeit würde das Programm zur Sensitivitätsanalyse immer besser und die Modellimplementationen von der Last befreit.

Für das Programmpaket CemoS selbst hat sich bei den Entwicklern mittlerweile so viel Wissen angesammelt, daß als nächster Schritt nur noch eine Re-Implementierung bleibt, will mensch CemoS entscheidend verbessern. Dies würde vor allem ein Lösen von den mittlerweile veralteten Designentscheidungen und Entwicklungswerkzeugen bedeuten.

Mit dem veröffentlichtem Lehrbuch hat CemoS die Chance sich im Bereich der Modellierung als Lehrsoftware durchzusetzen und wird damit auch die Qualität weiterer Expositionsmodellprogramme fördern.

3.0.3: persönliche Sicht

Die Durchführung eines Studienprojektes halte ich für sinnvoll. CemoS ist ein Projekt, was über den Rahmen eines "normalen" Projektes weit hinausgeht.

Die wichtigsten Vorteile sind für mich:

Die Entwicklung von CemoS und des MIF hat viel Zeit in Anspruch genommen. Das Projekt kann mit seinen Veröffentlichungen als erfolgreich bezeichnet werden. Zum Schluß bleibt mir nur zu bestätigen, daß "`Wissenschaft 10 Prozent Inspiration ist und zu 90 Prozent Transpiration"', oder so ähnlich ...