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Visualisierung der Deponie Piesberg

Projektlaufzeit Dez. 1999 - Oktober 2000

Projektleitung: Dr. J. Berlekamp

Projektmitarbeiter: S. Lautenbach, N. Graf

Einleitung

Das Projekt ist Teil einer Kooperation mit dem Museum Industriekultur Osnabrück GmbH und der Fachhochschule Wiesbaden zum Thema "Informationsvermittlung einmal anders - das Thema Müll".

Ziel des Projektes ist die Erstellung eines computergestützten Visualisierungssystems zur räumlichen Darstellung der Deponie Piesberg in ihrem historisch gewandelten Landschaftsbild, dem technischen Aufbau und dem physikochemischen und biologischen Zustand der Deponie. Die zu entwickelnde Software soll in einem Informationscontainer an der Deponie installiert werden und den Besucher/innen einen plastischen Eindruck des historischen Werdeganges der Deponie und ihres Aufbaus und Zustandes vermitteln. Eine interaktive Komponente erlaubt den Besucher/innen sich in Form einer virtuellen Welt "Piesberg" eine ganz individuelle Sicht des Geländes zu erstellen.

Die zu entwickelnden Ansichten sollen in Form von Bausteinen realisiert werden, die im Folgenden näher erläutert werden:

Bausteine

  1. Dreidimensionale Darstellung der Morphologie des Geländes der Deponie Piesberg und angrenzender Bereiche in ihrer historischen Entwicklung.
  2. Hierzu ist zunächst eine Datenerhebung und umfangreiche Datenaufbereitung in einem GIS-System notwendig. Für das gesamte Gebiet liegt bereits ein digitales Geländemodell (DGM5) mit einer Maschenweite von 12,5 Metern bei der Stadt vor. Zur realitätsnahen Darstellung ist jedoch eine Integration von Vermessungsdaten notwendig. Historische Vermessungsdaten werden digitalisiert und eingepaßt, um die Entwicklung des Deponiebereichs vom Ausgansgzustand bis zum heutigen Zeitpunkt darstellen zu können. Aus den aufbereiteten Daten werden zunächst statische 3D-Ansichten der Deponie erstellt, die die historische Entwicklung vom Ausgangszustand bis heute bzw. bis zum geplanten Zustand nach Schließung der Deponie darstellen. Die Ansichten werden für eine Darstellung auf dem Monitor im Informationscontainer erstellt. Darüber hinaus werden Animationen in Form virtuellen Überflüge über den Piesberg erstellt, die - ähnlich den Flügen in der Wetterkarte - eine Betrachtung aus sich verändernden Perspektiven gestattet.

     

    Abbildung: "Gläsener" Müllkörper der Deponie Piesberg: Dargestellt ist der Ursprungszustand (1978, braun) und die heutige Landschaftsgestalt (hellblau transparent)

  3. Erfassung des technischen Aufbaus der Deponie (Abdichtungen, Gas- und Wasser-Drainagesystem), Einarbeitung in den GIS-Datenbestand und in die 3D-Ansichten
  4. Ziel ist die Darstellung des technischen Aufbaus und der Infrastruktur der Deponie. Hierzu gehören Basis-, Zwischen- und Oberflächenabdichtungen der Deponie ebenso wie das Gas- und Wasserdrainagesystem. Zur Darstellung in den 3D-Ansichten müssen die notwendigen Daten in das GIS/Visualisierungssystem aufgenommen werden.

  5. Aufbereitung der Daten zum physikalisch-chemischen und biologischen Zustand der Deponie und Integration in entsprechende 3D-Ansichten
  6. Über den reinen Aufbau der Deponie hinaus soll eine Darstellung der physikalisch-chemischen und biologischen Beschaffenheit des Deponiekörpers erfolgen. Aus vorliegenden Daten, bzw. aus den im Rahmen des Projektes anfallenden Daten der Meßsonden sollen z.B. das Temperaturgefälle aufgrund der mikrobiellen Zersetzungsprozesse und die daraus resultierende Deponiegasbildung dargestellt werden. Bei hineichender Datendichte ist ein Integration in die 3D-Ansichten vorgesehen.

  7. Interaktive 3D-Darstellung
  8. Ausgehend von den erarbeiteten 3D-Modellen und passiven 3D-Ansichten soll eine interaktive, dynamische Form der Darstellung realisiert werden. Ziel ist es, auch dem unbedarften Besucher auf einfache Weise zu ermöglichen, sich am Bildschirm seinen Betrachtungsstandpunkt selbst zu wählen und sich durch die Landschaft des Piesberges zu bewegen. Hiermit wird jedem Besucher "seine" ganz individuelle Perspektive ermöglicht. Inwieweit dabei eine (photo)realistische Darstellung möglich ist, wird im Vorfeld des Projektes geprüft.

 
Internes | Infoservice letzte Änderung: März 2000
E-Mail: juergen.berlekamp@usf.Uni-Osnabrueck.DE

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