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UMWELTSYSTEMFORSCHUNG


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Forschungsprojekt PartizipA

Partizipative Modellbildung, Akteurs- und Ökosystemanalyse in Agrarintensivregionen

Förderdauer: 10/2003 bis 03/2007

Im Rahmen des deutsch-österreichischen Kooperationsprojektes PartizipA haben Wissenschafter/innen des Instituts für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück und der Abteilung IFF-Soziale Ökologie in Wien gemeinsam mit Akteuren in den Regionen Einzugsgebiet Hase und St. Pölten Umland strukturierte Evaluationsmethoden und Modelle eingesetzt, die zur Bewertung verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten der Regionen verwendet wurden.
Vor dem Hintergrund eines europäischen Institutionenwandels (Wasserrahmenrichtlinie und Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik) galt es, Szenarien und Strategien für mögliche Transformationsprozesse in Agrarintensivregionen zu entwickeln. In den Regionen Osnabrück / Einzugsgebiet Hase (Nordwestdeutschland) sowie St. Pölten Umland (Niederösterreich) wurden strukturierte Evaluationsmethoden und Modelle zur Bewertung regionaler Entwicklungsmöglichkeiten eingesetzt. Dies geschah in partizipativen Prozessen (Akteursforum, Fokusgruppen), die offene Disksussionen erlaubten. Eine wichtige Funktion hatten dabei Landnutzungssimulationen durch computergestützte agentenbasierte Modelle, ein Nährstoffmodell (gekoppelt an ein Geographischen Informationssystem) sowie unterschiedlichste Moderationstechniken, wie z.B. die Erstellung von mentalen Modellen in Group-Model-Building-Prozessen. Beide Regionalstudien wurden durch Institutionen- und Akteursanalysen u.a. auf Basis von Leitfadeninterviews begleitet. Die Ergebnisse des deutschen Akteursforums wurden in einem von den Teilnehmern unterzeichneten Schlussdokument veröffentlicht; das in der österreichischen Fallstudie erarbeitete Modell wurde lokalen Akteuren auf einer CD-ROM übergeben.

Die Projektergebnisse demonstrieren eindrücklich, dass partizipative Methoden in unterschiedlichen Kontexten geeignet sind, um regionale Handlungs- und Entwicklungsoptionen auszuloten. So gelang es nicht nur, Informationen zu erheben, zu strukturieren und zu aggregieren, sondern auch, kollektive Lernprozesse bei den Akteuren anzustoßen und die Übertragung von Wissen in die Region zu initiieren. Dabei spielten die Rahmenbedingungen, unter denen partizipative Methoden eingesetzt werden, offenbar eine nicht zu unterschätzende Rolle für den Erfolg der jeweiligen Methoden.

Weiterer Forschungsbedarf besteht zum einen bezüglich der Partizipation in Mehrebenensystemen: Lassen sich die erfolgreichen Erfahrungen mit partizipativen (Modellierungs-) Prozessen auf lokalen Skalen auf höherskalige Ebenen übertragen? Zum anderen stellt sich die Frage, ob Partizipation tatsächlich geeignet ist, Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit zu befördern. Die Projektergebnisse sind hier ambivalent. Vergleichende Fallstudien erscheinen hierzu viel versprechend.

PartizipA wurde gemeinsam vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Sozial-ökologischen Forschung" (Förderkennzeichen: 07 VPS 10) und vom österreichischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur im Rahmen des Programms "Kulturlandschaftsforschung" gefördert.